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Mit Genehmigung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm des III, siedelten sich zwischen 1828 und 1832 die Philipponen (Altritualisten, Altgläubigen) in dem Gebiet um Eckertsdorf und den umliegenden Dörfern an.

 

 

 

Durch die Nichtanerkennung von Reformen in der russisch orthodoxen Kirche, die mit Unterstützung des Zaren ab 1667 durchgeführt wurden, gerieten sie in die Rolle von Staatsfeinden, die grausam verfolgt wurden. Die Wege ihrer Emigration führten über Sibirien nach Polen (nähe Augustow), bis zur Siedlungsgenehmigung in Preußen.

Rauchen und Trinken war bei den alten Philipponen verpönt. Gewänder und Trachten wurden ohne Knöpfe gefertigt und getragen.

Getauft wurde genau vierzig Tage nach der Geburt, Glaube und Andachtsübungen standen im Mittelpunkt des Lebens.

 

 

 Die Kreuze auf den Dächern ihrer Kirchen weisen über dem Querbalken einen kleineren, unter diesem noch einen dritten auf, der von links nach rechts ansteigt.

 Das Kloster in Eckertsdorf wurde 1847 errichtet. Abt und Mönche konvertierten bereits einige Jahre später zum orthodoxem Glauben. Bis in die Neuzeit befand sich dann ein Nommenkloster in den Räumlichkeiten. Heute werden die wertvollsten Ikonen im Ermländischen Museum in Heilsberg / Lidzbark Warmiski aufbewahrt. Ein Tel der Anlage kann besichtigt werden.

Bis weit in das 20. Jahrhundert konnten sie ein Stück altes Russland in der neuen Heimat bewahren. Durch Massenauswanderung in den 60er Jahren, meist nach Deutschland, sank ihre Zahl auf heute nur noch wenige Hundert, die noch die alten Bräuche und den Glauben ausüben.

Natürlich blieb die Gemeinde nicht von Spaltungen unberührt.
So gibt es in Eckertsdorf auch eine orthodoxe Kirche in altrussischem Stil mit Zwiebelturm für konvertierte Altgläubige. Gegen eine Spende kann diese Kirche besichtigt werden. (Schlüssel im Pfarhaus)

 

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